Stromzähler defekt – Was ist zu tun?

Ein Stromzähler ermittelt den Stromverbrauch Ihres Haushalts. Ist der Zähler defekt, kann die Stromrechnung scheinbar ohne Grund wesentlich höher ausfallen als noch im Vorjahr. Dann sollten Sie zeitnah handeln. Wie Sie hierbei vorgehen sollten, erklären wir Ihnen im Folgenden. Dort erläutern wir auch, wie Sie einen defekten Stromzähler erkennen können.

 

Kurze Antwort

Der Stromzähler ist nicht Ihr Eigentum, sondern gehört entweder dem Netzbetreiber oder dem Stromversorger. Sie dürfen Ihn entsprechend weder öffnen noch reparieren oder gar austauschen. Stattdessem ist der Defekt dem Eigentümer zu melden. Dieser wird den Stromzähler prüfen und ggf. austauschen. Hierbei fallen keine Kosten für Sie an.

Der Stromzähler ist Eigentum Ihres Netzbetreibers bzw. Stromversorgers.

 

Lange Antwort

Wir haben Ihnen nun einen kompakten Überblick dazu gegeben, wie sich im Fall eines defekten Stromzählers zu verhalten ist. Diese Informationen möchten wir in den folgenden Abschnitten vertiefen. Darüber hinaus zeigen wir Ihnen, wie ein defekter Stromzähler erkannt werden kann.

 

Defekten Stromzähler erkennen

Bevor ein defekter Stromzähler gemeldet werden kann, muss der Schaden erst einmal festgestellt werden. Häufig fällt ein defekter Zähler erst dann auf, wenn der Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ohne ersichtlichen Grund stark angestiegen ist. Oder das Gegenteil ist der Fall: Es wurde gar kein bzw. nur ein unrealistisch geringer Stromverbrauch ermittelt.

Um einen Defekt des Stromzählers festzustellen, sollten Sie folgende zwei Tests durchführen:

 

Test 1: Kaputte Magnetbremse

Häufig liegt bei einem Defekt eine kaputte Magnetbremse vor. Ist das der Fall, läuft der Zähler auch ohne angeschlossenen Verbraucher immer weiter bis er aufgrund der Reibung langsam stoppt.

Testen Sie diesen Defekt, indem Sie einen starken Verbraucher anschließen. Dieser soll den Zähler dazu bringen, dass er schnell läuft. Schalten Sie den Verbraucher aus und nehmen Sie sämtliche Sicherungen heraus. Schaue Sie direkt im Anschluss den Stromzähler an. Läuft er weiter, ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit defekt.

 

Test 2: Sonstiger Defekt

Konnten Sie im ersten Test keinen Defekt feststellen, kann der Stromzähler dennoch kaputt sein. Das können Sie mithilfe eines Energiemessgeräts prüfen. Schalten Sie alle Geräte außer den Kühlschrank aus. Ermitteln Sie mit einem Strommessgerät den Stromverbrauch Ihres Kühlschranks in zwei Stunden.

Lassen Sie alle weiteren Geräte ausgeschaltet und lassen Sie einen starken Verbraucher für zwei Stunden laufen. Das können beispielsweise eine Waschmaschine oder ein Wäschetrockner sein. Notieren Sie zuvor den Zählerstand und messen Sie auch hier den Stromverbrauch mit einem Strommessgerät.

Der Zählerstand sollte sich nach den zwei Stunden lediglich um den Stromverbrauch vom Kühlschrank und dem starken Verbraucher erhöhen. Ist davon eine (deutliche) Abweichung erkennbar, funktioniert der Stromzähler wohl nicht mehr korrekt-

Konnten Sie keinen Defekt beim Stromzähler feststellen, kann eine falsche bzw. zu hohe Stromrechnung auch andere Gründe haben. Welche das sind, erklären wir Ihnen hier: Stromrechnung zu hoch – Was kann ich tun?

 

Vorgehen bei einem defekten Stromzähler

Einen defekten Stromzähler sollten Sie direkt bei Ihrem Stromversorger melden. Das sollten Sie im Optimalfall schriftlich machen. Die sicherste Methode ist wohl ein Brief mit Einschreiben. Teilen Sie dem Stromversorger den Defekt telefonisch mit, sollten Sie um eine schriftliche Bestätigung bitten. Hierbei ist es hilfreich, wenn Sie die Stromzählernummer nennen. Wo Sie diese finden, wird hier beschrieben: Wo steht die Stromzählernummer?

Im Anschluss erfolgt in der Regel die Prüfung des Stromzählers durch den Versorger. Wird dann ein Defekt erkannt, erfolgt eine Reparatur bzw. der Austausch des Zählers. Sie tragen hierbei keine Kosten.

In einigen Fällen ist es jedoch bereits vorgekommen, dass Stromversorger nicht akzeptieren, dass der Zähler defekt ist, sondern gar den Kunden Manipulation vorwerfen. In dem Fall sollten Sie sich auf einen Rechtsstreit gefasst machen und einen Anwalt einschalten. Entziehen Sie dem Anbieter dann am besten auch die Abbuchungserlaubnis, buchen die überhöhte Rechnung zurück und zahlen weiterhin Ihre regulären Abschläge bis der Streit geklärt ist.

Zeigt sich der Stromversorger kooperativ, sollten Sie eine nachträgliche Änderung der Rechnung anfordern und den sich den zu viel bezahlten Betrag zurücküberweisen lassen.

In jedem Fall sind Sie jedoch in der Beweispflicht, wie viel Strom Sie tatsächlich verbraucht haben. Das stellt sich recht schwierig dar, da der Stromverbrauch nun Mal nur über den Stromzähler ermittelt wird. Ist dieser defekt, liegt kein konkreter Verbrauch vor. Üblicherweise können Sie sich mit dem Stromversorger auf eine der beiden Berechnungsmethoden einigen:

  1. Es wird der höchste Stromverbrauch der letzten Jahre genommen.
  2. Falls die Rechnung nach einem halben Jahr gestellt wurde, wird die andere Jahreshälfte gemessen und auf das gesamte Jahr hochgerechnet.

Disclaimer: Dies ist keine Rechtsberatung.

 

Fazit – Stromzähler defekt – Was ist zu tun?

Wie sie erfahren haben, ist ein defekter Stromzähler gar nicht so einfach zu ermitteln. Ist der Stromzähler wirklich kaputt, kann dies im schlimmsten Fall einen Rechtsstreit mit Ihrem Stromanbieter zur Folge haben. Wir hoffen, dass Ihnen dieser ärger erspart bleibt und wir Ihnen mit unseren Tipps weiterhelfen konnten!