Solaranlagen / Solarenergie: Vor- und Nachteile

Solarenergie gilt weitläufig als eine saubere, nachhaltige Möglichkeit, um elektrischen Strom zu erzeugen. Doch welche Vor- und Nachteile hat die Energiegewinnung mit Solaranlagen? Wir erklären es Ihnen im folgenden Artikel.

 

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile

Als erstes möchten wir Ihnen an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile von Solarenergie aufzeigen:

Vorteile

Nachteile

Hohe Nachhaltigkeit

Begrenzte Lebensdauer

Geringer Schadstoffausstoß

Recht hohe Anfangsinvestitionen

Von Privatpersonen nutzbar

Recht hohe Anfangsinvestitionen

Geringe Wartungskosten

Hoher Platzbedarf

Recyclebarkeit

Steuern für Privatpersonen

Schaffung von Arbeitsplätzen

Schaffung von Arbeitsplätzen

 

Vorteile von Solarenergie

Beginnen wir mit der ausführlichen Erläuterung der Vorteile von Solarenergie:

 

Nachhaltigkeit

Solaranlagen wandeln Sonnenenergie in elektrischen Strom um. Entsprechend nachhaltig ist diese Art der Energiegewinnung. Schließlich kann so lange Strom erzeugt werden wie die Sonne scheint. Laut Wissenschaftlern wird das die nächsten rund 5 Milliarden Jahre der Fall sein. Über fehlenden Strom aus Solarenergie müssen wir uns in näherer Zukunft also wohl keine Sorgen machen.

 

Geringer Schadstoffausstoß

Während der Stromerzeugung entsteht bei Solarenergie an sich kein CO2-Ausstoß. Lediglich durch die Fertigung und gegebenenfalls Wartung werden Schadstoffe ausgestoßen. So kompensieren Solaranlagen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen ihren Schadstoffausstoß bereits durchschnittlich 2 Jahren nach der Herstellung.

 

Von Privatpersonen nutzbar

Wie andere Möglichkeiten zur Stromgewinnung werden auch Solaranlagen für die gewerbliche Energiegewinnung eingesetzt. Im Gegensatz zu Kohlekraftwerken, klassischen Windkraftanlagen, Atomkraftwerken etc. kann Solarenergie auch sehr gut von Privatpersonen genutzt werden. Durch die Installation von Solaranlagen auf dem Hausdach kann somit nicht durch der eigene Strombedarf gedeckt werden. Wird mehr Strom produziert als benötigt, erhält man eine Vergütung vom Netzbetrieber für die Einspeisung des Stroms ins öffentliche Netz.

 

Geringe Wartungskosten

Nach der Installation benötigen Solarmodule nur eine geringe Wartung. Der Grund hierfür ist einfach: Solaranlagen haben keine beweglichen Teile, weshalb Sie keinem mechanischen Verschleiß unterliegen, wie er beispielsweise von Autos oder Windkraftanlagen bekannt ist.

In erster Linie ist es am wichtigsten, dass eine Solaranlage regelmäßig gereinigt wird, sodass Sonnenlicht optimal aufgenommen werden kann. Darüber hinaus werden von Fachmännern alle 2 bis 4 Jahre die Befestigung am Dach, die Durchdringungen in das Gebäude und den richtigen Sitz der Kabel geprüft. Ebenso werden die Wechselrichter geprüft und gegebenenfalls Updates für das System installiert. Die Kosten für eine solche professionelle Wartung betragen für Privatpersonen im Schnitt etwa 100 €.

 

Recyclebarkeit

Solarmodule sind über Jahre hinweg sämtlichen Witterungen ausgesetzt, begonnen von Hitze, Wind und Regen bis zu Schnee, Frost sowie Hagel. Infolgedessen müssen Solaranlagen früher oder später ausgetauscht werden. Dann werden die Anlagen allerdings nicht einfach entsorgt. Stattdessen wird ein großer Teil des Materials recycelt (> 90 % bei modernen Recycling-Anlagen). Hierzu wurde bereits im Juni 2010 ein herstellerübergreifendes System für das Recycling gestartet. Dieses zählt heute bereits mehr als 300 Mitglieder.

 

Schaffung von Arbeitsplätzen

In der Elektrizitätsversorgung waren im Jahr 2019 mehr als 215.000 Menschen beschäftigt. (Quelle: Statistisches Bundesamt). Dazu hat auch die Gewinnung von Solaranergie beitragen. Schließlich schaffen die Entwicklung, Produktion, Installation, Wartung sowie Reparatur von Solarmodulen Arbeitsplätze. Hierzu werden sowohl Ingenieure als auch Handwerker benötigt, aber auch Kaufmänner und Juristen werden in der Branche beschäftigt.

 

Auch für rohstoffarme Länder geeignet

Damit Strom aus fossilen Brennstoffen (z. B. Kohle) erzeugt werden kann, muss der zu verbrennende Rohstoff in entsprechenden Mengen zur Verfügung stehen. Rohstoffarme Länder, zu denen auch Deutschland zählt, profitieren entsprechend von Solarenergie.

Solaranlagen können von nahezu allen Ländern eingesetzt werden, da Sonnenlicht überall in einem gewissen Maße vorhanden ist. Infolgedessen können sich rohstoffarme Länder selbst mit Strom versorgen und müssen keinen teuren Strom aus Ländern mit vielen Rohstoffen importieren.

 

Nachteile von Solaranlagen

Nachdem Sie nun erfahren haben, welche Vorteile die Solarenergie besitzt, werden wir in den folgenden Unterpunkten auf Nachteile eingehen.

 

Begrenzte Lebensdauer

Messungen an modernen Photovoltaikanlagen haben ergeben, dass diese nach 20 Jahren Nutzungsdauer jährlich nur etwa 0,1 % ihrer Leistung verloren haben. Wegen zu geringer Leistung müssten Solarmodule also erst nach vielen Jahren ausgetauscht werden. Da die Anlagen allerdings Tag für Tag verschiedenen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, beträgt die durchschnittliche Lebensdauer nur etwa 25 Jahre. Danach muss die Photovoltaikanlage ausgetauscht werden. Ein Austausch des Wechselrichters ist häufig noch eher notwendig – bereits nach rund 15 Jahren.

 

Recht hohe Anfangsinvestitionen

Bevor Solarenergie genutzt werden kann, ist die Installation von Solarmodulen und einem Wechselrichter notwendig. Neben den Kosten für diese Teile fallen zudem Montagekosten und Kosten für das Montagesystem an. Alleine bei einem Einfamilienhaus fallen somit Kosten von rund 10.000 € bis 19.000 € für Photovoltaik an. Bis sich diese Anfangsinvestitionen durch die eingesparten Stromkosten amortisieren vergehen viele Jahre.

 

Unzuverlässigkeit / fehlende Konstanz

Die Sonne scheint zwar immer, allerdings bekommen Solaranlagen nicht immer die gleiche Menge an Sonnenlicht ab. Es gibt Tage, an denen Wolken den Himmel bedecken, aber auch Tage, an denen die Sonne durchgehend scheint. Entsprechend kann mithilfe von Solarenergie nicht konstant Strom erzeugt werden. Dadurch können Photovoltaikanlagen höchstens zur Unterstützung bei der Energiegewinnung eingesetzt werden bzw. benötigen einen Energiespeicher.

Das bemerken insbesondere auch Privatpersonen mit Solaranlagen. Die Anlagen erzeugen den meisten Strom tagsüber, wenn die Sonne scheint. Während dieser Zeit sind die meisten Arbeitnehmer jedoch außer Haus und nutzen den Strom gar nicht. Deshalb lohnt sich häufig die Anschaffung eines Energiespeichers.

 

Hoher Platzbedarf

Ein einzelnes Solarmodul ist misst etwa 1,70 x 1,00 Meter. Um ein Haus mit Strom zu versorgen, werden häufig mindestens 20 Module benötigt. Entsprechend viel Platz nehmen die Photovoltaikanlagen ein.

Bei einer privaten Stromerzeugung mit Solarenergie ist das weniger ein Problem. Hier werden die Solarmodule einfach auf dem Dach installiert. Anders sieht das Ganze häufig bei der gewerblichen Stromerzeugung. Dort werden häufig große Grünflächen mit Solaranlagen bestückt.

 

Steuern für Privatpersonen

Privatpersonen können zu viel erzeugten Strom in das Stromnetz einspeisen. Dafür erhalten sie Geld. Das haben wir Ihnen bereits weiter oben beschrieben. Doch Vorsicht: Wer Strom verkauft, handelt gewerblich. Auf Gewinne muss also Einkommenssteuer gezahlt werden. Auch muss unter Umständen Umsatzsteuer gezahlt werden. Der Aufwand bei einer Steuererklärung kann entsprechend erheblich steigen.

 

Fazit – Solarenergie: Vor- und Nachteile

Im Artikel haben wir Ihnen aufgezeigt, welche Vor- und Nachteile die Solarenergie besitzt. Welche Sie davon mehr gewichten, müssen Sie selbst entscheiden. Unserer Meinung nach sind Solaranlagen eine sehr gute Möglichkeit, um nachhaltig Strom zu erzeugen.