Fachlich aktualisiert am 8. November 2026 · Quellen und Rechenannahmen stehen am Artikelende.
Eine Infrarotheizung mit 700 Watt benötigt bei vier tatsächlichen Heizstunden 2,8 kWh pro Tag. An 150 solchen Tagen sind es 420 kWh und 134,40 Euro bei beispielhaften 32 ct/kWh. Gemeint ist die Zeit mit entsprechender Leistungsaufnahme, nicht nur die Freigabe am Thermostat. Die Werte sind Rechenannahmen und keine Heizbedarfsprognose für einen bestimmten Raum.
Stromverbrauch und Kosten berechnen
Watt, Heizstunden und Verbrauch auseinanderhalten
Watt beschreibt die elektrische Leistungsaufnahme. Kilowattstunden beschreiben die über eine Zeit bezogene Energie. Für eine gleichbleibende Leistung gilt: Watt ÷ 1.000 × Stunden = kWh. Eine 700-Watt-Heizung benötigt bei einer tatsächlichen Stunde mit dieser Leistung 0,7 kWh. Bei 0,32 Euro je kWh sind das 0,224 Euro, also 22,4 Cent.
Eine am Thermostat für acht Stunden freigegebene Heizung läuft nicht zwangsläufig acht Stunden ununterbrochen. Schaltet sie während dieses Zeitfensters insgesamt nur vier Stunden mit 700 Watt ein, zählen vier tatsächliche Heizstunden. Bei stufenloser Regelung kann eine gemessene mittlere Leistung für das gesamte Zeitfenster geeigneter sein.
Stromkosten pro Tag, Monat und Heizperiode berechnen
Im Beispiel ergeben 700 W ÷ 1.000 × 4 h = 2,8 kWh am Heiztag. Bei 32 ct/kWh kostet das 0,896 Euro. Für 30 identische Heiztage sind es 84 kWh und 26,88 Euro. Für 150 Tage entstehen 420 kWh und 134,40 Euro. Die Rundung auf Cent erfolgt erst bei der Ausgabe, damit kleine Tagesbeträge nicht zu Jahresfehlern führen.
An kalten Tagen kann die Einschaltzeit deutlich höher sein als an milden Tagen. Teile eine Heizperiode deshalb bei Bedarf in mehrere Abschnitte auf oder nutze einen tatsächlich gemessenen Gesamtverbrauch. Drei unterschiedlich genutzte Heizpaneele werden jeweils separat berechnet. Ihre kWh und Kosten kannst du danach addieren.
Erfasst ein geeigneter Zähler beispielsweise 12 kWh über drei vollständige Tage, ergibt das 4 kWh pro Tag. Diese frei gewählte Beispielmessung entspricht bei 32 ct/kWh 1,28 Euro täglich. Ob sich der Wert auf andere Wochen übertragen lässt, hängt unter anderem von Außentemperatur und Raumtemperatur ab.
Warum eine Quadratmeter-Pauschale nicht ausreicht
Die benötigte Heizleistung eines Raums hängt von Dämmung, Außenflächen, Fenstern, Lüftung, Raumhöhe und gewünschten Temperaturen ab. Eine Angabe in Watt pro Quadratmeter allein bildet diese Bedingungen nicht ausreichend ab. Der Stromkostenrechner kann aus einer eingegebenen Leistung rechnen, prüft aber nicht, ob diese Leistung deinen Raum ausreichend beheizt.
Für eine belastbare Planung ist eine zur konkreten Nutzung passende Heizlast- und Wärmebedarfsbetrachtung nötig. Unterscheide außerdem eine kurzzeitig genutzte Zusatzheizung von einer dauerhaften Hauptheizung. Eine kleine Fläche oder eine kurze Aufenthaltszeit ist für sich genommen noch kein Beleg für geringe Jahreskosten.
Direktheizung und Wärmepumpe fair vergleichen
Eine elektrische Infrarotheizung ist eine Direktheizung. Die elektrische Energie wird am Gerät im Wesentlichen zu Wärme. Daraus folgt keine Vervielfachung der abgegebenen Wärme durch zusätzliche Umweltenergie. Eine Wärmepumpe arbeitet anders und bezieht auch Umweltwärme ein. Ihre Jahresarbeitszahl ist deshalb für die Strombedarfsplanung eine andere Kennzahl.
Ein fairer Vergleich berücksichtigt denselben benötigten Wärmekomfort und die gesamte Heizperiode. Strahlungsanteil, Montageort und Regelung beeinflussen, wie Wärme empfunden und genutzt wird. Daraus lässt sich aber keine feste Ersparnis für jedes Gebäude ableiten. Eine Wärmebedarfsplanung findest du im passenden Rechner auf der Startseite; die Wirkungsgrad-Erklärung grenzt die Kennzahlen ab.
Welche weiteren Kosten gehören zur Entscheidung?
Der Rechner bildet nur die eingegebene elektrische Energie zum gewählten Arbeitspreis ab. Anschaffung, Montage und ein gegebenenfalls zusätzlicher Zähler mit eigenem Grundpreis sind nicht enthalten. Ob ein besonderer Tarif verfügbar und für deinen Anschluss nutzbar ist, muss anhand des tatsächlichen Angebots geprüft werden. Eine günstige Tarifannahme sollte nicht ungeprüft übernommen werden.
Bei einer vorhandenen Anlage hilft eine dokumentierte Verbrauchsmessung über repräsentative Zeiträume. Bei fest angeschlossenen Geräten lässt du eine geeignete Messlösung fachgerecht einrichten. Nutze bei steckerfertigen Geräten nur dafür geeignete, ausreichend belastbare Messgeräte und halte die Geräteanleitung ein.
Häufige Fragen
Was kostet eine 700-Watt-Infrarotheizung pro Stunde?
Bei einer tatsächlichen Stunde mit 700 Watt benötigt sie 0,7 kWh. Mit einem angenommenen Strompreis von 32 ct/kWh kostet das 22,4 Cent.
Zählt die am Thermostat eingestellte Zeit als Heizzeit?
Nicht automatisch. Wenn das Thermostat das Gerät zwischenzeitlich abschaltet, zählt bei Verwendung der Nennleistung nur die tatsächliche Einschaltzeit. Alternativ kannst du eine gemessene Durchschnittsleistung über das gesamte Zeitfenster verwenden.
Kann der Rechner die passende Wattzahl pro Quadratmeter bestimmen?
Nein. Er berechnet Verbrauch und Stromkosten aus deinen Eingaben. Die erforderliche Heizleistung hängt unter anderem von Raum, Gebäudehülle und Temperaturen ab und muss gesondert geplant werden.
Sind die Beispielkosten eine Prognose für meine Wohnung?
Nein. 700 Watt, vier Heizstunden und 150 Tage sind frei gewählte Annahmen. Tatsächlicher Wärmebedarf, Regelung, Wetter und Stromvertrag bestimmen deine Kosten.
Quellen und Rechenannahmen
Stand: 8. November 2026. Frei gewählte Beispiele mit 700 Watt, vier tatsächlichen Heizstunden täglich, 150 Heiztagen und 32 ct/kWh. Keine eigene Heizungsmessung, Heizlastberechnung oder Zusage zu Einsparungen. Die 30-Tage-Rechnung setzt 30 identische Heiztage voraus.
Verbraucherzentrale: Heizstrom für Infrarotheizungen – Einordnung als elektrische Direktheizung und Hinweis, Tarifannahmen sowie zusätzliche Messkosten zu prüfen. Keine unveränderte Übernahme älterer tarifrechtlicher Details.
Umweltbundesamt: Umweltfreundliches Heizen mit Wärmepumpe – Abgrenzung zur Nutzung von Umweltwärme.
