Scheinleistungsrechner: Schein-, Wirk- und Blindleistung

Stand: 8. November 2026 · Formeln, Modellgrenzen und Quellen stehen am Artikelende.

Bei einphasigem Wechselstrom ergeben 230 Volt und 10 Ampere eine Scheinleistung von 2.300 VA. Mit einem angenommenen cos φ von 0,8 sind das 1.840 W Wirkleistung und 1.380 var Blindleistung. Der Rechner zeigt diese Größen für sinusförmige Spannung und Strom an. Für symmetrischen Drehstrom kannst du auf das System 3 umstellen.

Scheinleistung online berechnen

Scheinleistungsrechner

Beispiel: 230 V × 10 A = 2.300 VA. Bei cos φ = 0,8 ergeben sich 1.840 W und 1.380 var.

Trage Effektivwerte in Volt und Ampere ein. Im Feld System steht 1 für einphasigen Wechselstrom und 3 für symmetrischen Drehstrom. Bei System 3 benötigst du die Spannung zwischen zwei Außenleitern und den Strom in einem Außenleiter. Der cos φ liegt hier zwischen 0 und 1. Die Startwerte sind frei gewählte Rechenbeispiele.

Formeln für Scheinleistung, Wirkleistung und Blindleistung

Gesuchte GrößeEinphasig, sinusförmigSymmetrischer Drehstrom, sinusförmig
Scheinleistung S in VAU × I√3 × U × I
Wirkleistung P in WS × cos φS × cos φ
Blindleistung |Q| in varS × √(1 − cos² φ)S × √(1 − cos² φ)

Für Drehstrom bezeichnet U in der Tabelle die Außenleiterspannung. Gib nicht versehentlich eine Spannung gegen den Neutralleiter ein, wenn du mit der √3-Formel rechnest. Watt, Voltampere und var beschreiben unterschiedliche Leistungsgrößen. Teile VA durch 1.000, um kVA zu erhalten; entsprechend werden aus W die kW und aus var die kvar.

Was bedeuten Scheinleistung, Wirkleistung und Blindleistung?

Die Scheinleistung S ergibt sich einphasig aus Effektivspannung mal Effektivstrom. Die Wirkleistung P ist die über die Zeit gemittelte übertragene elektrische Leistung. Bei sinusförmigen Größen beschreibt die Blindleistung Q den mit der Phasenverschiebung verbundenen Leistungsaustausch. In diesem Modell gilt S² = P² + Q².

Der Rechner gibt Q als Betrag aus. Er unterscheidet damit nicht zwischen induktiver und kapazitiver Blindleistung und zeigt keinen Energiefluss mit Vorzeichen. Auch Erzeugungsbetrieb und unsymmetrische Drehstromlasten werden nicht abgebildet. Verwende die Rechnung zum Verständnis und zur Kontrolle passender Angaben, nicht als vollständige Netz- oder Anlagenanalyse.

Beispielrechnung mit 230 V und 10 A

Mit den Startwerten rechnest du zunächst 230 × 10 = 2.300 VA. Für die Wirkleistung folgt 2.300 × 0,8 = 1.840 W. Weil √(1 − 0,8²) = 0,6 ist, beträgt die Blindleistung 2.300 × 0,6 = 1.380 var. Aus denselben Ausgangswerten lassen sich die Einheiten auch als 2,3 kVA, 1,84 kW und 1,38 kvar schreiben.

Änderst du bei gleicher Spannung und gleichem Strom den cos φ auf 1, bleibt S bei 2.300 VA. P steigt im Rechenmodell auf 2.300 W und Q wird null. Setzt du cos φ auf 0, bleibt S ebenfalls gleich, während P null und der Betrag von Q 2.300 var beträgt. Diese Grenzfälle prüfen die Formel; sie sind keine Empfehlung zum Betrieb einer Anlage.

Beispiel für symmetrischen Drehstrom

Bei frei gewählten 400 V Außenleiterspannung, 16 A Außenleiterstrom und cos φ = 0,8 ergibt sich S = √3 × 400 × 16 ≈ 11.085 VA. Daraus folgen rund 8.868 W Wirkleistung und 6.651 var Blindleistung. Das sind gerundete Rechenergebnisse für eine symmetrische, sinusförmige Last.

Die 400 V in diesem Beispiel sind eine Eingabeannahme. Die Rechnung beurteilt weder eine reale Anschlussmöglichkeit noch Leitungsquerschnitt, Absicherung oder zulässige Dauerlast. Dafür reicht eine Multiplikation von Spannung und Strom nicht aus.

Wann sind Leistungsfaktor und cos φ verschieden?

Der allgemeine Leistungsfaktor ist P/S. Bei rein sinusförmiger Spannung und Strom entspricht er dem cos φ der Phasenverschiebung. Bei verzerrten Stromverläufen können Oberschwingungen zusätzliche Unterschiede verursachen. Dann darfst du einen allgemeinen Leistungsfaktor nicht ungeprüft in eine reine Phasenwinkelrechnung einsetzen.

Aus P und S allein erhältst du bei solchen Bedingungen mit √(S² − P²) nicht automatisch die hier gemeinte Verschiebungsblindleistung. Nutze für reale Anlagen die geeigneten Messgrößen und die Dokumentation des Messgeräts. Das ist besonders wichtig, wenn unterschiedliche Herstellerangaben oder Messverfahren verglichen werden.

Warum VA keine Kilowattstunden sind

Leistung und Energie sind verschiedene Größen. Wenn im eigenen Beispiel 1.840 W Wirkleistung tatsächlich zwei Stunden unverändert anliegen, werden 1,84 kW × 2 h = 3,68 kWh Wirkenergie übertragen. Die Scheinleistung von 2,3 kVA einfach als 2,3 kW in eine Kostenrechnung zu übernehmen, würde diese beiden Größen verwechseln.

Den Rechenweg von Wirkleistung und Zeit zu kWh findest du im Stromverbrauchsrechner. Einfache Leistungsbeziehungen erklärt der Rechner für elektrische Leistung.

Häufige Fragen

Wie berechne ich Scheinleistung aus Volt und Ampere?

Einphasig gilt S = U × I mit Effektivwerten. Für symmetrischen Drehstrom gilt S = √3 × U × I mit Außenleiterspannung und Außenleiterstrom.

Sind 1 kVA immer 1 kW?

Nur bei einem Leistungsfaktor von 1 sind die Zahlenwerte in kVA und kW gleich. Bei 1 kVA und einem passenden Leistungsfaktor von 0,8 sind es 0,8 kW Wirkleistung.

Kann ich aus Wirkleistung und cos φ die Scheinleistung berechnen?

Im passenden sinusförmigen Modell gilt S = P ÷ cos φ. Beispiel: 800 W ÷ 0,8 = 1.000 VA. Bei cos φ = 0 kannst du durch diesen Wert nicht teilen.

Berücksichtigt der Rechner Oberschwingungen?

Nein. Er verwendet ein sinusförmiges Modell und bei Drehstrom eine symmetrische Last. Die Blindleistung ist ein Betrag ohne induktives oder kapazitives Vorzeichen.

Quellen und Rechenannahmen

Stand: 8. November 2026. Eigene Zahlenbeispiele, keine Anlagenmessungen. Sinusförmiger Wechselstrom; Drehstrom nur bei symmetrischer Belastung. Quellen: Schneider Electric, Electrical Installation Guide: Leistungsfaktor; Schneider Electric: Blindleistung und Leistungsformeln; Schneider Electric: Scheinleistung und Einheit VA.